Bei strahlendem Sonnenschein und frühsommerlichen Temperaturen trafen sich 14 Teilnehmende zum Stadtteilrundgang „Nachhaltig in Trudering unterwegs“ am Alten Rathaus. Treffpunkt war das Lastenrad vor dem Gebäude – ein passender Startpunkt für einen Nachmittag voller Inspiration rund um nachhaltiges Leben im Quartier.
Eine bunt gemischte Gruppe aus Trudering sowie aus anderen Teilen Münchens und darüber hinaus war gekommen, um gemeinsam Orte, Initiativen und Menschen kennenzulernen, die den Wandel vor Ort gestalten.
Auftakt im Alten Rathaus: Engagement und Ideen
Im angenehm kühlen Inneren des Alten Rathauses gab es zunächst eine Einführung in die vielfältigen Aktivitäten von Trudering im Wandel. Besonders im Fokus stand der Marktkauf „Tante Trude“, der mit lokalen und saisonalen Produkten begeistert – selbst bayerische Chiasamen sorgten für Gesprächsstoff.
Außerdem stellte Max die Werkzeugbibliothek vor, ein praktisches Beispiel für gelebte Ressourcenteilung im Stadtteil.

Einblick ins Alte Rathaus: Marktstände von „Tante Trude“, „Trudering im Wandel“ sich vor, Tei
Vom Repair Café zum Krautgarten: Urbanes Gärtnern hautnah
Nach dem Auftakt führte der Spaziergang vorbei an der Pestalozzi-Realschule, wo regelmäßig das Repair Café Trudering stattfindet, weiter zu den Krautgärten.
Dort gab Jonas spannende Einblicke in das Konzept der Münchner Krautgärten, die von den Stadtgütern – Deutschlands größtem Bio-Bauern – organisiert werden. Für 95 Euro können Bürger*innen eine 30 m² große Parzelle bewirtschaften – teilweise bereits vorbereitet oder mit Jungpflanzen bestückt. Schöne Bilder und Neuigkeiten gibt es im Krautgartenforum.
Neben praktischen Tipps zum Gärtnern wurde auch lebhaft über Herausforderungen diskutiert: Schädlinge wie Kohlweißlinge oder Kartoffelkäfer, aber auch Themen wie Vandalismus oder Ernteverluste. Gleichzeitig wurde deutlich, wie viel Freude die eigene Ernte und die Gemeinschaft im Garten bringen.
Für viele Teilnehmende war dieser Ort eine echte Entdeckung:
„Schon oft vorbeigelaufen, aber nie gewusst, was hier eigentlich ist“, meinte eine Teilnehmerin. Ein anderer ergänzte schmunzelnd: „Hier hats mich noch nie hin verschlagen – eigentlich ganz schön!“

Teilnehmende am Krautgarten mit Blick auf die Ackerflächen – urbanes Gärtnern in Trudering.
Natur und Nachbarschaft: Durch den Bajuwarenpark
Weiter ging es durch den Bajuwarenpark – bei blauem Himmel, blühenden Kirschbäumen und frischem Grün. Die Natur zeigte sich von ihrer schönsten Seite.
Nebenbei wurden auch praktische Aspekte thematisiert: Die neue öffentliche Toilette wurde positiv aufgenommen, während der nicht funktionierende Wasserspender bei den warmen Temperaturen vermisst wurde.
Ein kurzer Halt an der Streuobstwiese in der St.-Augustinus-Straße machte die Bedeutung solcher wertvollen Lebensräume für Biodiversität deutlich.
Solarenergie zum Anfassen
Ein besonderes Highlight war die Station zur Solarenergie: Bei strahlendem Sonnenschein erklärte Max anschaulich die Möglichkeiten von Balkonkraftwerken und stellte die Initiative Solar2030 vor.
Die Teilnehmenden zeigten großes Interesse und stellten zahlreiche Fragen – von technischen Details bis zur konkreten Umsetzung im eigenen Zuhause.

Solarenergie vor Ort: Max erklärt Balkonkraftwerke – bei bestem Wetter unter blühenden Kirschbäumen.
Abschluss mit Ausblick: Solidarische Landwirtschaft erleben
Den Abschluss bildete der Nachbarschaftstreff. Hier stellten Birgit und Max das Konzept des Kartoffelkombinats vor – Europas größte solidarische Landwirtschaft. In einer genossenschaftlich organisierten Gärtnerei wird regionales Gemüse angebaut und an Verteilpunkte in München geliefert, darunter auch in Trudering.
Die Teilnehmenden erfuhren, wie sie Teil dieser Gemeinschaft werden und so aktiv zu einer nachhaltigen Ernährung beitragen können.
Fazit: Nachhaltigkeit ist sichtbar – und machbar
Der Quartiersspaziergang zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig nachhaltiges Leben in Trudering bereits gelebt wird. Von gemeinschaftlichem Engagement über urbane Landwirtschaft bis hin zu erneuerbarer Energie – die Beispiele vor Ort machten Mut und Lust, selbst aktiv zu werden.
Nach einer gemeinsamen Feedbackrunde endete der Spaziergang – mit vielen neuen Eindrücken, Ideen und dem Gefühl: Nachhaltigkeit beginnt direkt vor der eigenen Haustür.