Stromausfall am Abend – Sonnenenergie am Tag: Dritter Solarspaziergang in der Friedenspromenade

Am selben Abend, an dem wir den dritten Solarspaziergang in Trudering veranstalteten, waren Teile des Viertels für mehrere Stunden ohne Strom. Ein zufälliger, aber eindrucksvoller Moment: Er machte deutlich, wie sehr wir auf eine sichere Stromversorgung angewiesen sind – und wie sinnvoll es ist, sich mit eigener Solarenergie, Speichermöglichkeiten und sogar Notstromfähigkeit auseinanderzusetzen.

Von Wind und Wolken begleitet begrüßten wir die Teilnehmenden unter dem schützenden Blätterdach einer mächtigen Kastanie an der Friedenspromenade. Die Route führte über die Solalindenstraße zum ersten Objekt, weiter zur Otilienstraße und zurück zur Ingeborgstraße.

Die Betreibenden einer Photovoltaik-Aufdachanlage mit Solarthermie und Wallbox für ihr E-Auto hatten 2021 alle verfügbaren Flächen von Nordost bis Südwest mit Modulen bestückt. Der nicht direkt verbrauchte Strom wird teils in einem Speicher bevorratet, auch gezielt an sehr sonnenreichen Tagen, zum Aufbau eines frei nutzbaren Stromkontingents, bei der Fa. Sonnen eingespeist, welches frei zum Abruf an dunklen Tagen verfügbar ist. Das Ergebnis: Eine fast vollständige Autarkie über das ganze Jahr hinweg.

Großes Interesse weckte auch eine 800-Watt-Steckersolaranlage mit Speicherlösung. Die App, mit der der Betreiber seinen Verbrauch oder die Einspeicherung regelt, wurde ausführlich vorgestellt – ein echtes „Spielzeug“ für alle Technikbegeisterten. Großverbraucher lassen sich über smarte Zwischenstecker und WLAN-Anbindung steuern. Das System ermöglicht intelligentes Monitoring und einfache Handhabung – ideal für alle, die sich ans Thema herantasten wollen.

 

Mit aufziehenden Regenwolken ging es zügig zur dritten Station. Dort erwartete uns eine eindrucksvolle Kombination aus Aufdach-, Garagen- und Wandsolarmodulen, zwei E-Autos, Wallbox – und eine Wärmepumpe in Fertigstellung.

Auch das Potenzial von Photovoltaik auf Flachdächern kam zur Sprache – besonders spannend: bifaziale Solarmodule, die senkrecht aufgestellt werden. Diese Module können Licht von beiden Seiten nutzen, was den Energieertrag steigert – besonders bei reflektierenden Untergründen oder Schneefall im Winter. Durch die senkrechte Aufstellung lassen sie sich miteinander verschrauben, sodass keine zusätzliche Beschwerung nötig ist – ein großer Vorteil für statisch empfindlichere Dächer. Gleichzeitig bleibt Platz für Dachbegrünung oder einfacheres Mähen bei extensiv genutzten Flachdachflächen. Eine clevere Lösung, die Technik und Nachhaltigkeit vereint.

Mit einer Gesamtleistung von 28,6 kWp werden drei Haushalte unter einem Dach nahezu autark mit Strom versorgt. Speicher und Fahrzeuge nehmen Überschüsse auf – ein durchdachtes System, vorgestellt von einem ideenreichen und experimentierfreudigen Techniker mit viel „Sonne im Herzen“.

Auch diese Station zeigte: Wer sich mit anderen vernetzt, kann viel bewegen. Der Austausch motivierte und inspirierte – Lust aufs Selbermachen inklusive.

 

Während eines kräftigen Regenschauers fand der Spaziergang Zuflucht unter einem schützenden Dach aus Solarpanels. Das bot Gelegenheit, in Ruhe Fragen zu stellen, sich über Neuigkeiten aus dem Viertel auszutauschen und frische Ideen mitzunehmen. Von maximaler Auslastung bis ideenreicher Installationen konnten die Teilnehmenden eine Vielzahl an Eindrücken und Anregungen mitnehmen. Als der Regen nachließ und sich ein kurzes Gutwetterfenster öffnete, klang der Solarspaziergang langsam aus – gerade rechtzeitig, um noch trocken nach Hause zu radeln. Einige wurden dort allerdings vom unerwarteten Stromausfall überrascht, der das Viertel am Abend für einige Stunden lahmlegte. Ein passender Moment, um sich bewusst zu machen, wie selbstverständlich Strom sonst verfügbar ist – und wie wertvoll es ist, sich mit Speicherlösungen und Notstromfähigkeit auseinanderzusetzen. Vielleicht der letzte Anstoß (nicht nur für die Teilnehmenden), das heute Gelernte oder ggfs. bereits vorhandene Pläne bald in die Tat umzusetzen.