Transition Town

Unsere Arbeitsgruppe und Initiative orientiert sich an der Transition-Town-Bewegung, die vor dem Hintergrund von Peak Oil und Klimawandel entstanden ist.

Peak Oil & Klimawandel

Je nach Quelle haben wir 2005, 2006 oder 2010 das Ölfördermaximum (engl. Peak Oil) – den Punkt, ab dem die konventionelle Ölförderung weltweit langsam rückläufig wird – schon überschritten. Selbst wenn dieser Punkt verzögert durch neue Techniken erst 2030 kommen sollte: es lohnt sich, sich rechtzeitig aus der Abhängigkeit von fossilen Energien zu befreien.

Dies käme auch dem Klimawandel (oder besser: der Klimakatastrophe) zugute, der längst begonnen hat. Waren vorindustriell in der Atmosphäre nur 280 ppm (parts per Million) an CO2 vorhanden, so ist 2014 nun die 400 ppm-Grenze schon überschritten worden.

Die Temperatur folgt der CO2-Kurve mit Abstand von ca. 40 Jahren – mit statistischer Gnadenlosigkeit!

Transition town

Die aus England kommende Transition-Town-Bewegung möchte Gemeinden und Städte zu mehr Resilienz verhelfen, also zu Widerstandskraft und Anpassungsfähigkeit an diese sich vollziehenden Veränderungen.

Während die große Politik mit Energiewende, erneuerbaren Energien und Stromtrassen mehr oder weniger erfolgreich versucht, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, hat auch jeder Einzelne die Möglichkeit und Fähigkeit, den Wandel zu regionaler Selbstversorgung und Unabhängigkeit zu vollziehen.

Weltweit gibt es nach diesem Vorbild bereits über 1000 Initiativen in 43 Ländern, und es werden täglich mehr!

Die neue Truderinger Initiative möchte sich ebenso an dieser Idee orientieren.

Die Freude an Vielfalt und am gemeinsamen Handeln ist dabei unser Antrieb. Vielleicht kann dabei auch wieder ein Bezug zu Dingen entstehen, der uns längst verloren gegangen ist.

Anschauungsbeispiele

Kinsale 2021

Der erste Entwurf des Energiewende-Aktionsplans für Kinsale wurde im Jahre 2005 fertiggestellt. Der Bericht legte dar, wie Kinsale, eine Stadt mit 7000 Einwohnern in West Cork, vor dem Hintergrund des bevorstehenden globalen Ölfördermaximums den Übergang von einer Stadt mit hohem Energieverbrauch zu einer Stadt mit niedrigem Energieverbrauch meistern könnte. Erstellt wurde der Bericht von Permakultur-Studenten des Kinsale Further Education Colleges unter Leitung von Rob Hopkins. Der resultierende Projektplan war zu diesem Zeitpunkt weltweit einzigartig und war einer der ersten seiner Art. In diesem Bericht werden fast alle relevanten Lebensbereiche Kinsales unter die Lupe genommen: darunter die Ernährung, die Energieversorgung, der Tourismus und das Ausbildungs- und Gesundheitswesen.

Das englische Original des Kinsale Energiewende-Aktionsplans (Kinsale Energy Descend Action Plan) kann hier herunterladen werden:
http://transitionculture.org/wpcontent/uploads/members/KinsaleEnergyDescentActionPlan.pdf

Transition Town Totnes

Transition Town Totnes wurde ebenfalls von Rob Hopkins initiiert und baut auf dem Energie-Aktionsplan für die Stadt Kinsale auf. Die Transition Town Totnes (TTT) ist die erste “Stadt im Wandel” Großbritanniens. Der Gedanke von TTT ist einfach: Mit der richtigen Planung und Konzeption kann eine Stadt mit viel geringerem Energie- und Ressourcenverbrauch, verglichen mit der heutigen Situation, ein wesentlich nachhaltigerer Ort sein und ihren BewohnerInnen ein erfüllteres und angenehmeres Leben als das heutige ermöglichen. Die Transition Town Totnes hat sich bis heute zu einer dynamischen gemeinschaftsbasierten Dachorganisation für 33 lokale Projekte und neun Arbeitsgruppen entwickelt. Sowohl die Stadt, der Distrikt und auch der Landkreis unterstützen die Entwicklung in Totnes. Allein im Jahr 2010 konnte die TTT der regionalen Wirtschaft 200.000 Pfund (235.000 EUR) als direkte Einnahmen bescheren und erhielt zudem u.a. 625.000 Pfund (736.000 EUR) als Preisgeld des britischen Energie- und Klimaministeriums im Rahmen eines Wettbewerbs (Low Carbon Communities Challenge).

Weitere Informationen zur TTT finden Sie hier: http://totnes.transitionnetwork.org/central/strategy2008-9

Transition Town Initiativen in Deutschland

Auch in Deutschland gibt es inzwischen eine Vielzahl an Transition Initiativen, die das Transition Modell aufgreifen, um ihre lokale Resilienz zu steigern und ihren CO2- Fußabdruck zu verringern, so z.B. Bielefeld, Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg, Witzenhausen, Emskirchen. Die Größe der Stadt oder des Stadtteils spielt dabei also keine Rolle.

Alle deutschen Initiativen sind hier aufgeführt: www.transition-initiativen.de