Verpackungsfrei

Im letzten Jahr hat das Thema „Verpackungsmüll“ bundesweit große Aufmerksamkeit bekommen. Im vergangenen Herbst veröffentlichte das Bundesumweltamt eine Studie mit den Daten von 2013, laut der in Deutschland im Jahr 2013 17,1 Millionen Tonnen Verpackungsmüll angefallen sind – immerhin 8,1 Millionen Tonnen davon haben die privaten Endverbraucher zu verantworten. Die Gründe für den kontinuierlichen Anstieg werden vor Allem im Online-Handel und in der Zunahme kleiner Haushalte und der damit verbundenen Nachfrage nach kleinen Verpackungseinheiten und „Convenience Produkten“ gesucht.  Aber auch ohne offizielle Daten merken wir: Der Plastikmüll wird immer schneller voll. Aber irgendwie haben wir uns doch so über die Zeit daran gewöhnt und teilweise fällt es uns nicht mal mehr auf, dass Gemüse zum Teil einzeln verpackt in unserem Einkaufswagen landet. Aber selbst wenn wir uns darüber bewusst sind – verpackungsfrei (oder -reduziert) einzukaufen ist gar nicht so einfach.

Im vergangenen Jahr gab es aber auch deutliche Zeichen dafür, dass der „private Endverbraucher“ sich weniger Verpackungsmüll wünscht – auch in München: In der ersten Jahreshälfte 2015 lief das Crowdfunding für einen verpackungsfreien Supermarkt in München. Die angepeilten 43000 Euro wurden um mehr als 5000 Euro übertroffen. Anfang 2016 folgten Nachrichten, laut denen einige Ketten in Zukunft für Plastiktüten cent-Beträge verlangen wollen, so wie dies in Supermärkten üblich ist.

Wir wollen unseren Teil zur Senkung des Verpackungsaufkommens tun und wünschen uns ein Trudering, in dem wir möglichst unkompliziert verpackungsreduziert einkaufen können. Dazu gehört es, mit den Unternehmern in Dialog zu treten, aber dazu gehört natürlich auch, dass wir als Verbraucher unseren Wunsch deutlich machen, in dem wir nicht wortlos hinnehmen, dass unsere Produkte vor unseren Augen mehrfach eingetütelt werden, sondern immer wieder danach fragen, unsere Produkte unverpackt bzw. in unsere eigenen Mehrwegverpackungen gefüllt zu bekommen.