Dann reparier’s doch einfach selbst – Reparieren lernen mit iFixit

Der kernige Spruch auf dem Plakat des Reparaturmanifestes spornt an: „Wenn du es nicht reparieren kannst, gehört es dir nicht.“ Wie wäre es, einfach das Reparieren in die eigenen Hände zu nehmen? Auf der Messe „Fair Handeln“ in Stuttgart lernen wir, dass dies mit etwas Geduld durchaus möglich ist. Unter der fachkundigen Anleitung von Jasper Fleischhauer und mithilfe einer Online-Reparaturanleitung dauert es nicht lange, und der Akku des etwas betagten Smartphones ist ausgetauscht – iFixit sei Dank!

Die Reparatur-Plattform IFixit wendet sich an eine weltweite Community von Menschen, die anderen zeigen, wie man die Dinge reparieren kann. Dafür stellen die Profis unentwegt neue Handreichungen und Tipps in Netz, die veröffentlichten Online Reparatur-Dokumentationen haben einen hervorragenden Standard.

iFixit wurde 2003 von Luke Soules und Kyle Wiens während ihres Ingenieursstudiums an der Cal Poly Universität in San Luis Obispo, gegründet. Die beiden Tüftler bekamen beim Reparieren eigener Geräte die Idee, professionell Ersatzteile zu vertreiben und Anleitungen für die reparierten Geräte zu veröffentlichen. Damit trafen sie den Nerv der Zeit, denn immer häufiger werden Geräte auf den Markt geschwemmt, die keine lange Nutzungsdauer zu haben scheinen.

IFixit und ihr Chef Kyle Wiens setzen sich weltweit für ein “Recht auf Reparatur” ein, das sicherstellen soll, dass Unternehmen den Nutzern ihrer Geräte beispielsweise Reparaturanleitungen und Ersatzteile bereitstellen. Geräte, die sie zerlegt haben, werden von iFixit nach einem Reparierbarkeitsindex von 1 bis 10 eingestuft, wobei eine 10 ein perfekt zu reparierendes Gerät auszeichnen würde.

Sogenannte Teardowns, also das Zerlegen in Einzelteile,  gehören zu den Kernkompetenzen von iFixit. Regelmäßig zerlegen die Bastelprofis beispielsweise auch Apples iPhone und andere Smartphones. Aus ihren Erkenntnissen erstellen sie Reparaturanleitungen, die Anwendern helfen sollen, kaputte Gadgets selber wieder fit zu machen. Gerne legen sie sich mit den Herstellern von technischen  Geräten an, im Falle des neuen Galaxy Fold attestierten die Experten dem Gerät lediglich 2 Punkte auf ihrer Reparierbarkeitsskala und beurteilten es als “fragil”. Inzwischen musste auf Druck des Herstellers den Teardown entfernt werden, was an der Qualität des Smartphones allerdings nichts ändert.

Seit 2015 setzt sich der Runde Tisch Reparatur, bestehend aus Vertreter*innen verschiedener Verbände, darunter anstiftung, Netzwerk reparatur-initiativen, Verbraucherzentralen und IFixit  für die Umsetzung gesetzlicher Regelungen für ein Recht auf Reparatur ein. Ihre Forderungen: Stärkung der Reparatur, Senkung des Ressourcenverbrauchs und lokale Wirtschaftsförderung.

Weitere Informationen:

http://www.truderingimwandel.de/repaircafe/

https://de.ifixit.com/

https://runder-tisch-reparatur.de/

https://www.reparatur-initiativen.de/